Mitarbeiterin arbeitet am Schreibtisch in einer modernen Kanzlei

Steuerkanzleien können 2026 Beratung zu Führung, Abläufen, Personal und KI mit 80 Prozent Förderung bekommen. Das Programm heißt INQA-Coaching, und kaum ein Kanzleiinhaber kennt es. Hier sehen Sie, was gefördert wird, wer es nutzen kann und wie der Ablauf aussieht.

Warum das gerade jetzt wichtig ist

Wer bei Google nach Förderung für die Digitalisierung von Steuerkanzleien sucht, findet vor allem Artikel über Programme, die längst ausgelaufen sind. Dabei ist der Bedarf größer denn je: Fristen drücken, gute Steuerfachangestellte sind knapp, und KI verändert gerade, wie in der Kanzlei gearbeitet wird. Die meisten Inhaber wissen, dass sich etwas ändern muss. Was fehlt, ist die Zeit, es anzugehen.

Was ist INQA-Coaching?

INQA-Coaching ist ein Beratungsprogramm des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, finanziert aus Mitteln von Bund und Europäischem Sozialfonds Plus. Gefördert wird Beratung, die ein Unternehmen bei Veränderungen in Arbeit, Organisation und Digitalisierung unterstützt.

Das Besondere: Es geht nicht um Software, sondern um die Menschen und Abläufe dahinter. Das Team wird von Anfang an beteiligt, und ein autorisierter INQA-Coach begleitet die Kanzlei direkt vor Ort. Auch die Steuerberaterkammer Düsseldorf weist ihre Mitglieder ausdrücklich auf das Programm hin.

Wer gefördert wird und was es kostet

Die meisten Steuerkanzleien erfüllen die Voraussetzungen. Gefördert werden auch Freie Berufe, wenn die Kanzlei

  • weniger als 250 Beschäftigte hat,
  • Sitz und Betriebsstätte in Deutschland hat und
  • seit mindestens zwei Jahren am Markt besteht.

Gefördert werden bis zu 12 Beratungstage innerhalb von höchstens sieben Monaten, mit einem Tagessatz von bis zu 1.200 Euro netto. Bund und EU übernehmen davon 80 Prozent.

Umfang Betrag
12 Beratungstage à 1.200 € 14.400 €
davon Förderung (80 %) 11.520 €
Eigenanteil der Kanzlei 2.880 €

Zum Vergleich: Gewinnt der Inhaber dadurch vier Stunden pro Woche zurück, sind das rund 180 Stunden im Jahr. Schon bei einem bewusst niedrig angesetzten Stundensatz von 115 Euro ist der Eigenanteil nach etwa 25 Stunden wieder drin.

Welche Themen sich für Steuerkanzleien lohnen

Die Themen bestimmt die Kanzlei selbst. In Steuerkanzleien sehe ich vier, die besonders oft Zeit kosten:

  • Inhaber und Führung: Freigaben und Rückfragen landen fast alle beim Inhaber. Klare Freigabegrenzen und eine zweite Führungsebene schaffen spürbar Luft.
  • Abläufe und Digitalisierung: Die Software für digitale Belege ist meist da, aber Pendelordner, Nachforderungen und unklare Bearbeitungsstände kosten das Team jeden Tag Zeit.
  • KI im Kanzleialltag: Entwürfe für Mandantenschreiben, Vollständigkeitsprüfungen und Routinen lassen sich heute gut unterstützen. Wichtig sind klare Regeln für Datenschutz, Berufsrecht und Verschwiegenheit.
  • Team und Arbeitgeberattraktivität: Stellenprofile verändern sich. Gebraucht werden neben Sorgfalt zunehmend Leute, die gut mit Mandanten können und offen für neue Werkzeuge sind.

So läuft es ab

  1. Erstgespräch mit dem Coach: Klären, wo es in der Kanzlei klemmt und ob INQA passt.
  2. Prüfung durch die INQA-Beratungsstelle: Eine regionale Beratungsstelle prüft kostenlos die Förderfähigkeit und stellt einen Coaching-Scheck aus.
  3. Coaching in der Kanzlei: Bis zu 12 Tage über höchstens sieben Monate, gemeinsam mit dem Team.
  4. Abrechnung: Nach Abschluss wird die Förderung beantragt. Schecks werden nach der aktuellen Richtlinie bis zum 30. Juni 2028 ausgegeben.

Häufige Fragen

Gilt INQA-Coaching auch für Steuerkanzleien?
Ja. Freie Berufe sind ausdrücklich förderfähig, wenn die Kanzlei weniger als 250 Beschäftigte hat und seit mindestens zwei Jahren besteht.

Wird auch Software gefördert?
Nein. Gefördert wird die Beratung, nicht der Kauf von Software oder Technik.

Ersetzt KI den Steuerberater?
Nein. KI übernimmt mehr Routine, die fachliche Verantwortung bleibt beim Menschen. Die Arbeit verändert sich aber, und genau darauf sollten Abläufe und Stellenprofile ausgerichtet werden.

Wie viel Zeit muss ich als Inhaber einplanen?
Das Coaching ist auf den Kanzleialltag ausgelegt. Viele Termine finden mit dem Team statt, und die Schritte sind so geplant, dass sie neben dem Tagesgeschäft funktionieren.

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Fazit

Mit INQA-Coaching bekommen Steuerkanzleien 2026 Beratung zu Führung, Abläufen, Personal und KI mit 80 Prozent Förderung. Bei vollem Umfang liegt der Eigenanteil bei höchstens 2.880 Euro. Mehr zum Programm finden Sie auf unserer Seite INQA-Coaching mit 80 % Förderung.

Simon Mattheis ist autorisierter INQA-Coach (Berater-ID IC2692163) und begleitet mit NWR Consulting Kanzleien bei Führung, Abläufen und KI.

Quellen:

Unternehmensberatung für den Mittelstand

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