
Ein Coaching zu Führung, Abläufen und Team klingt für viele Inhaber nach einem großen Posten. Beim INQA-Coaching übernehmen Bund und Europäischer Sozialfonds Plus 80 Prozent der Beratungskosten. Hier sehen Sie, was am Ende wirklich bei Ihrem Betrieb hängen bleibt und worauf Sie bei der Liquidität achten sollten.
Die Kurzantwort
Gefördert werden bis zu 12 Beratungstage mit höchstens 1.200 Euro netto pro Tag. Davon übernimmt die Förderung 80 Prozent. Nutzen Sie alle 12 Tage zum Höchstsatz, kostet das Coaching 14.400 Euro netto. Ihr Eigenanteil liegt dann bei 2.880 Euro. Ein Tag mit acht Stunden kostet Ihren Betrieb also höchstens 240 Euro.
Drei Rechenbeispiele
Nicht jeder Betrieb braucht alle 12 Tage. Wie viele Tage sinnvoll sind, hängt davon ab, was Sie angehen wollen. So verändert sich Ihr Eigenanteil:
| Umfang | Kosten netto | Förderung (80 %) | Ihr Eigenanteil |
|---|---|---|---|
| 12 Tage à 1.200 € | 14.400 € | 11.520 € | 2.880 € |
| 8 Tage à 1.200 € | 9.600 € | 7.680 € | 1.920 € |
| 6 Tage à 1.200 € | 7.200 € | 5.760 € | 1.440 € |
Liegt der Tagessatz Ihres Coaches unter 1.200 Euro, sinkt Ihr Eigenanteil entsprechend. Mehr als 1.200 Euro netto pro Beratungstag sind im Programm nicht förderfähig.
Wichtig für die Liquidität: Sie gehen zunächst in Vorleistung
Die Förderung folgt dem Erstattungsprinzip. Das heißt: Sie bezahlen die Rechnungen des Coaches zunächst vollständig und beantragen danach die Erstattung der 80 Prozent. Bei 12 Tagen sollten Sie also für einige Wochen 14.400 Euro zuzüglich Umsatzsteuer einplanen. Die Umsatzsteuer holen Sie sich als vorsteuerabzugsberechtigter Betrieb wie gewohnt über das Finanzamt zurück. Ist Ihr Betrieb nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt, ist der Bruttobetrag förderfähig.
Tipp: Sprechen Sie mit Ihrem Coach über einen Zahlungsplan, der zu Ihren Aufträgen passt. Die Beratungstage lassen sich über mehrere Monate verteilen, dann verteilen sich auch die Rechnungen.
Was sonst noch zur Rechnung gehört
- Erstberatung: Das Gespräch bei einer INQA-Beratungsstelle ist kostenlos. Dort wird geprüft, ob Ihr Betrieb die Voraussetzungen erfüllt, und Sie erhalten den INQA-Coaching-Scheck.
- Zeitrahmen: Das Coaching muss innerhalb von sieben Monaten nach Ausgabe des Schecks abgeschlossen sein.
- De-minimis: Die Förderung zählt als De-minimis-Beihilfe. Innerhalb von drei Jahren dürfen solche Beihilfen zusammen 300.000 Euro nicht überschreiten. Für die meisten Handwerksbetriebe ist das kein Thema, Sie müssen andere Beihilfen aber angeben.
- Fristen: Schecks werden nach der aktuellen Richtlinie bis zum 30. Juni 2028 ausgegeben. Alle Coachings müssen bis zum 31. Dezember 2028 abgeschlossen sein.
Rechnet sich das für einen Handwerksbetrieb?
Die ehrlichere Frage lautet: Was kostet es Sie, wenn alles so bleibt, wie es ist? In vielen Betrieben hängt vom Angebot bis zur Rechnung fast jede Entscheidung am Inhaber. Abends werden Angebote geschrieben, tagsüber klingelt das Handy auf der Baustelle.
Ein einfaches Rechenbeispiel: Gewinnen Sie als Inhaber 4 Stunden pro Woche zurück, sind das rund 180 Stunden im Jahr. Setzen Sie diese Zeit für Aufträge ein, entspricht das bei einem bewusst niedrig angesetzten Stundenverrechnungssatz von 60 Euro rund 10.800 Euro im Jahr. Ein Eigenanteil von 2.880 Euro ist dann nach rund 48 gewonnenen Stunden wieder drin.
Wie viel Zeit tatsächlich in Ihrem Betrieb steckt, sehen Sie am schnellsten mit dem Zeitgewinn-Check.
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10 Fragen, ca. 2 Minuten: Sie sehen sofort, wie viele Stunden pro Woche Ihr Betrieb zurückgewinnen kann und wie stark er an Ihnen hängt.
Fazit
INQA-Coaching kostet einen Handwerksbetrieb bei vollem Umfang höchstens 2.880 Euro Eigenanteil. Planen Sie die Vorleistung bis zur Erstattung mit ein und klären Sie die Voraussetzungen vorab kostenlos bei einer INQA-Beratungsstelle. Mehr zum Programm finden Sie auf unserer Seite INQA-Coaching mit 80 % Förderung.
Quellen:
- Richtlinie zum Programm INQA-Coaching, Bundesanzeiger vom 22.06.2026
- INQA-Coaching, Förderdatenbank des Bundes
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