Handwerker schneidet Holz mit einer Kreissäge

Mit INQA-Coaching fördern Bund und EU Beratung zu Führung, Abläufen, Digitalisierung und Fachkräftesicherung mit 80 Prozent. Für Handwerksbetriebe passt das Programm besonders gut, weil es genau dort ansetzt, wo im Alltag Zeit verloren geht. Welche Voraussetzungen gelten und wie der Weg zum geförderten Coaching aussieht, lesen Sie hier.

Welche Betriebe gefördert werden

Nach der Richtlinie vom Juni 2026 kann Ihr Betrieb gefördert werden, wenn er

  • weniger als 250 Beschäftigte hat und höchstens 50 Millionen Euro Jahresumsatz oder 43 Millionen Euro Bilanzsumme,
  • seit mindestens zwei Jahren am Markt ist,
  • mindestens eine sozialversicherungspflichtige Vollzeitkraft beschäftigt,
  • Sitz und Arbeitsstätte in Deutschland hat.

Wichtig für kleine Betriebe: Minijobber, Auszubildende, Geschäftsführer und Beschäftigte in Elternzeit zählen bei der Vollzeitkraft nicht mit. Wer also nur mit Aushilfen und Azubis arbeitet, sollte das vorab klären.

Gute Nachricht für Betriebe in der Übergabe: Ein Wechsel von Inhaber oder Rechtsform schließt die Förderung nach der neuen Richtlinie nicht mehr automatisch aus, wenn der Betrieb seit zwei Jahren durchgehend besteht und im Wesentlichen weitergeführt wird. Den Einzelfall prüft die INQA-Beratungsstelle im Erstgespräch.

Welche Themen gefördert werden

INQA-Coaching ist kein Programm für reine Technik- oder Steuerberatung. Gefördert wird Beratung, die Arbeit und Zusammenarbeit im Betrieb verbessert. Dazu gehören:

  • Digitalisierung aktiv gestalten, etwa bei Planung, Zeiterfassung oder Angeboten,
  • Arbeitsabläufe effizienter organisieren,
  • Fachkräfte gewinnen und langfristig halten,
  • eine moderne, belastbare Betriebskultur entwickeln.

Typisch ist, dass die Beschäftigten von Anfang an beteiligt werden. Lösungen entstehen also nicht am Schreibtisch, sondern gemeinsam mit Gesellen, Meistern und Büro.

Im Handwerk geht es dabei häufig um diese Fragen: Wie gibt der Inhaber Verantwortung ab? Wie werden Vorarbeiter und Meister in der Führung gestärkt? Wie läuft der Weg vom Aufmaß bis zur Rechnung ohne Zettelwirtschaft? Und wo entlasten Automatisierung und KI wirklich?

Der Ablauf in vier Schritten

  1. Erstberatung: Sie wenden sich an eine regionale INQA-Beratungsstelle. Das Gespräch ist kostenlos. Dort wird geprüft, ob Ihr Betrieb die Voraussetzungen erfüllt. Die Beratungsstellen finden Sie auf inqa.de.
  2. Scheck: Passt alles, erhalten Sie den INQA-Coaching-Scheck. Erst danach beginnt das geförderte Coaching.
  3. Coaching: Mit einem autorisierten INQA-Coach arbeiten Sie bis zu 12 Beratungstage an Ihren Themen. Das Coaching muss innerhalb von sieben Monaten nach Ausgabe des Schecks abgeschlossen sein.
  4. Erstattung: Sie bezahlen die Rechnungen des Coaches und beantragen danach die Erstattung von 80 Prozent der förderfähigen Kosten.

Was das in Euro bedeutet, haben wir in unserem Beitrag Was kostet INQA-Coaching für einen Handwerksbetrieb? durchgerechnet.

So bereiten Sie sich vor

Je klarer Sie wissen, wo die Zeit in Ihrem Betrieb verloren geht, desto gezielter lassen sich die Beratungstage nutzen. Drei Fragen helfen beim Einstieg:

  • Welche Anrufe, Rückfragen und Entscheidungen landen heute bei Ihnen, obwohl sie jemand anderes klären könnte?
  • An welchen Stellen wird noch abgetippt, nachtelefoniert oder auf Zetteln gesammelt?
  • Was hält gute Leute in Ihrem Betrieb, und warum gehen andere?

Eine schnelle Standortbestimmung liefert der Zeitgewinn-Check. Das Ergebnis können Sie direkt ins Erstgespräch mitnehmen.

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Fazit

INQA-Coaching ist für viele Handwerksbetriebe der günstigste Weg zu externer Unterstützung bei Führung, Abläufen und Team. Entscheidend sind zwei Jahre am Markt, mindestens eine Vollzeitkraft und ein Termin bei der INQA-Beratungsstelle vor dem Start. Mehr zum Programm finden Sie auf unserer Seite INQA-Coaching mit 80 % Förderung.

Quellen:

Unternehmensberatung für den Mittelstand

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